Warum Baobaböl aus Gambia kein Trend ist – sondern Wissen, das wandert
Baobaböl wird aus den Samen des Baobab-Baums gewonnen, der ausschließlich in Afrika wächst. Dieser Artikel beleuchtet Herkunft, Klima, regionale Nutzung und warum Wissen innerhalb Afrikas – und darüber hinaus – weitergegeben wird.
Fabienne Loureiro
12/26/20253 min read


Baobaböl taucht heute in immer mehr Pflegeprodukten auf.
Oft ohne Kontext, oft ohne Herkunft, oft reduziert auf ein Schlagwort.
Diese Geschichte beginnt anders.
Sie beginnt mit einem Baum, der nur in Afrika wächst.
Mit regionalem Wissen, das nicht überall gleich war.
Und mit der Frage, wie Wissen innerhalb Afrikas wandert – und warum auch die Welt davon lernt.
Ein Baum, viele Lebensräume
Der Baobab wächst ausschließlich in Afrika.
Er wird nicht kultiviert oder in Plantagen angebaut, sondern wächst wild – oft über viele Jahrhunderte hinweg. Einzelne Bäume können mehrere Hundert, teils über tausend Jahre alt werden. Sie wachsen langsam, tragen unregelmäßig Früchte und lassen sich nicht planbar bewirtschaften.
Der Baobab ist deshalb kein klassischer Agrarrohstoff.
Seine Nutzung basiert auf Sammelwirtschaft und natürlichen Zyklen, nicht auf industrieller Kontrolle. Das macht ihn begrenzt verfügbar – und besonders.
Gleichzeitig ist der Baobab kein einheitlicher Baum.
Er wächst in vielen Regionen Afrikas und passt sich sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen an. Entsprechend verschieden sind auch seine Erscheinungsformen und die Rolle, die er im Alltag spielt.
Westafrika und südliches Afrika: unterschiedliche Nutzung
In Gambia gehört der Baobab seit Generationen zum Alltag.
Die Früchte der wild wachsenden Bäume werden gesammelt und zu Baobab-Saft verarbeitet. Auch die Blätter werden genutzt: getrocknet und gemahlen dienen sie traditionell als Blattgemüse und finden Verwendung in verschiedenen Gerichten.
Die Samen jedoch, aus denen Baobaböl gewonnen wird, wurden traditionell nicht genutzt. Sie sind extrem hart, lassen sich ohne technische Hilfsmittel kaum öffnen und galten lange als Nebenprodukt der Saftherstellung.
Anders im südlichen Afrika.
Dort, wo längere Trockenzeiten, stärkere Sonneneinstrahlung und Wasserknappheit den Alltag prägen, entwickelte sich der Bedarf nach schützenden, haltbaren Ölen für Haut und Haare. Baobaböl erfüllte dort eine klare Funktion – nicht als Kosmetiktrend, sondern als praktische Pflege.
Baobaböl ist daher kein pan-afrikanisch einheitlich genutztes Öl.
Es ist ein Beispiel dafür, wie Pflanzenwissen regional entsteht, sich an Klima und Alltag orientiert und nicht überall dieselbe Bedeutung hat.
Wissen wandert
Mit dem wachsenden internationalen Interesse am Baobab rückte auch die Frage nach den bislang ungenutzten Samen in Westafrika in den Fokus. Der globale Trend war nicht der Ursprung des Wissens – aber er war der Auslöser, genauer hinzusehen.
In Gambia griffen Lucky Lamin und Khadija diese Beobachtung auf.
Sie investierten in eine mechanische Presse, mit der die extrem harten Baobab-Samen erstmals effizient verarbeitet werden konnten. Damit wurde ein Rohstoff nutzbar, der zuvor entsorgt wurde.
Die Frauen, die bereits die Früchte sammelten, konnten nun auch die Samen weitergeben. Fahrer erhielten zusätzliche Transportaufträge. Es entstand ein ergänzendes Einkommen – ohne neue Anbauflächen, ohne Plantagen, ohne Eingriffe in bestehende Strukturen.
Hier zeigt sich ein zentraler Gedanke:
Afrika lernt von Afrika.
Wissen wird weitergegeben, angepasst und neu verortet.
Und zugleich lernt auch die Welt von Afrika – nicht durch Vereinfachung oder Aneignung, sondern durch das Ernstnehmen von Herkunft, Funktion und Erfahrung.
Warum Baobaböl nicht einfach ersetzbar ist
Baobaböl besitzt eine Zusammensetzung, die in dieser Form kaum ein anderes Pflanzenöl vereint. Es enthält einen ausgewogenen Anteil an Palmitinsäure, Ölsäure und Linolsäure sowie antioxidative Begleitstoffe.
Diese Kombination macht das Öl:
barrierestärkend, ohne die Haut zu beschweren
vergleichsweise oxidationsstabil
gut verträglich, auch bei sensibler oder reaktiver Haut
Baobaböl zieht langsam ein, bleibt dabei aber leicht auf der Haut. Es wirkt nicht okklusiv, sondern unterstützt die Haut dabei, ihre eigene Balance zu halten. Gerade deshalb eignet es sich besonders für Menschen, die empfindlich auf komplexe Formulierungen oder Duftstoffe reagieren.
Es gibt kein regionales Öl mit exakt dieser Zusammensetzung und diesem Verhalten auf der Haut. Baobaböl ist nicht austauschbar, ohne seine Eigenschaften grundlegend zu verändern.
Warum ein Öl von einem anderen Kontinent?
Die Frage, warum ein Öl aus Afrika genutzt wird, obwohl es auch regionale Öle gibt, ist berechtigt.
Pflege ist jedoch nicht nur eine Frage von Nähe, sondern von Eignung und Kontext.
Der Baobab ist kein austauschbarer Rohstoff. Er wächst ausschließlich in Afrika und ist dort seit Jahrhunderten Teil von Ernährung, Alltag und – regional – Pflege.
Regionale Öle erfüllen andere Funktionen und haben andere Eigenschaften.
Baobaböl lässt sich nicht ersetzen, ohne seinen Ursprung und seine Wirkung zu verlieren.
Nicht alles muss überall sein.
Aber manches kann nur von einem Ort kommen.
Ein Anfang, kein Abschluss
Baobaböl ist kein Symbol für Exotik oder Ferne.
Es steht für einen anderen Umgang mit Wissen, Herkunft und Pflege.
Für Aminata Glow war es der richtige Anfang –
weil es zeigt, dass Pflege nicht überall gleich entstehen muss, um relevant zu sein.
Glow with Roots beginnt genau hier.
AMINATA GLOW
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